Dr. Warkenthin wird 75
Heute feiert Dr.-Ing. habil. Werner Warkenthin in Leipzig seinen 75. Geburtstag. Vor 10 Jahren, in der Laudatio zum 65. Geburtstag, bezeichnete ihn der Autor als „einen begnadeten Wissenschaftler, der auf den Gebieten Mathematik, Werkstoffwissenschaften, Festigkeitslehre, Stabilitätstheorie, Statik im allgemeinen und Kranbau im speziellen fundierte Kenntnisse besitzt, die ihn befähigen, richtungweisende Überlegungen auszuarbeiten und der Weiterentwicklung des Fachgebietes zuzuführen". Diesem Ruf ist er auch im Ruhestand treu geblieben.
Einen großen Teil seines Berufslebens widmete Dr. Warkenthin der Normung der Berechnung von Stahltragwerken der Krane. Da er immer wieder erleben musste, dass alle Festlegungen Konventionen und phänomenologische Deutungen sind, hat er sich in den Jahren des Ruhestandes vornehmlich mit der wissenschaftlichen Klärung von Details im großen Regelwerk gewidmet. Das betrifft vor allem die Ermüdungsfestigkeit auf werkstoffmechanischer Grundlage und die Windbelastung von Tragwerken. Einige Ergebnisse wurden in „Hebezeuge Fördermittel“ veröffentlicht.
Die wichtigsten beruflichen Etappen von Werner Warkenthin sind mit der TH Magdeburg und dem Institut für Fördertechnik Leipzig verbunden. Der gelernte Stahlbauschlosser absolvierte ein Fachschulstudium in Roßwein (1952-1955) und ein Hochschulstudium an der TH Magdeburg (1956-1961). Von 1961 bis 1968 war er wissenschaftlicher Assistent und Oberassistent an der TH Magdeburg, 1965 promovierte er dort zum Dr.-Ing. (1972 B-Promotion).
Nach einer Industrietätigkeit als Leiter Forschung/Entwicklung im Kranbau Eberswalde wechselte Dr. Warkenthin 1975 in das Leipziger Institut für Fördertechnik. Zunächst als Prüfingenieur der TÜ tätig, war er später in die permanente Weiterentwicklung der Stahlbauvorschriften der DDR einbezogen. Die Standards TGL 13503 (Stabilität der Stahltragwerke) und TGL 13470 (Stahltragwerke der Krane) in den neueren Ausgaben tragen die Handschrift des Jubilars. Nach 1990 war er in der neuen IFF E&C GmbH Leipzig aktiv.
Sowohl als ermächtigter Kransachverständiger der Berufsgenossenschaften als auch später als Mitarbeiter an der Europanorm pr EN 13001-3 (Grenzzustände und Sicherheitsnachweise von Stahltragwerken der Krane) konnte Dr. Warkenthin Maßgebliches leisten. Ein Höhepunkt war die Herausgabe des Buches „Tragwerke der Fördertechnik, Band I: Grundlagen der Bemessung“. Als Sachverständiger, Konsultant und Bearbeiter schwieriger Problemstellungen war er für jüngere Mitarbeiter stets eine unerschöpfliche Erfahrungsquelle.
Mit den besten Wünschen für noch viele Jahre bester Gesundheit bedankt sich die Fachwelt bei einem Experten, der eingefahrene Wege in Frage stellt, um daraus Ansporn für die Weiterentwicklung zu initiieren.
Dr.-Ing. Gerhard Thelen










