Ifoy Award 2018

Die Finalisten stehen fest

Ifoy Award 2018

Die Ifoy-Organisation hat die Nominierungen für den diesjährigen Ifoy Award bekannt gegeben.

Nominiert sind 13 Geräte und Lösungen der Marken BYD, Jungheinrich, Liebherr, J. D. Neuhaus, Still, Gebr. Schulte, Wegard und Witron. Die Finalisten treten in der zweiten Runde bei den internationalen „Ifoy Test Days“ im Februar zum Wettbewerbsvergleich auf dem Gelände der Cemat an. Bewertet werden unter anderem der Innovationswert, Technik, Design, Ergonomie und Handling, Sicherheit, Marktfähigkeit und Kundennutzen sowie Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Gewählt werden die Gewinner von einer Jury, der 26 renommierte Fachjournalisten führender Logistikmedien in 18 Ländern rund um den Globus angehören. Vergeben werden die Trophäen am Eröffnungsabend der Intralogistikmesse Cemat in Hannover.

Nominiert in der Kategorie „Counter Balanced Truck“

Bei den Gegengewichtsstaplern ist der erst im Dezember am Markt eingeführte BYD ECB50C mit fünf Tonnen Tragfähigkeit nominiert. Der leistungsstarke Elektrostapler schafft sechs Stunden im Dauerbetrieb und kann in drei Stunden vollständig aufgeladen werden. Die zweite Nominierung gewinnt der Elektrostapler RX 20 mit 1,6 Tonnen Tragfähigkeit von Still. Das Gerät für den Innen- und Außeneinsatz kann erstmals wahlweise mit Batterien der Schaltung A oder B fahren.

Nominiert in der Kategorie „Warehouse Truck“

In der Kategorie „Warehouse Truck“ gehen gleich zwei Nominierungen an Jungheinrich. Zum Test antreten werden der 2,5 Tonnen-Kommissionierer „ECE 225 Easypilot Follow“ und der Hochleistungsschlepper EZS 7280. Ebenfalls nominiert wurde der Horizontalkommissionierer OPX-L 16 von Still. Das Gerät verfügt über eine Nenntragfähigkeit von 2,5 Tonnen. Die vierte Nominierung in der Kategorie Warehouse Truck gewinnt der modulare Routenzug des Hamburger Start-ups Wegard. Der Wegard Trail ist der erste Routenzug, der autonom elektronisch gelenkte Achsen verwendet. Er lässt sich so anforderungsspezifisch aus verschiedenen Anhängertypen kombinieren und benötigt keinen speziellen Schlepper. Erstmals sollen auch Fahrmanöver wie seitlich Einparken, Rangieren und Rückwärtsfahren möglich sein.

Nominiert in der Kategorie  „Crane and Lifting Appliance“

Zwei Nominierungen spricht die Jury bei der Premiere der Kategorie „Crane and Lifting Appliance“ aus. Zum einen für das Druckluft-Hebezeug „500 Mini“ von J. D. Neuhaus und zum anderen für den Elektro-Mobilbaukran MK 140 von Liebherr. Das 5-Achs-Modell mit Rüstzustandserfassung ist nur 15,97 Meter lang und der erste Kran, der den Katzmodus für schnellen Umschlagbetrieb und den Wippmodus für Spezialeinsätze vereint. Diese Kransymbiose erreicht Hubhöhen bis 94 Meter und Ausladungen bis 65 Meter, die bislang nur mit größeren oder rüstintensiven Geräten erreicht wurden.

„Special of the Year“-Finalisten

In der Kategorie „Special of the Year“ spricht die Jury drei Nominierungen aus. Jungheinrich erhält für das technologieübergreifende Batterieladesystem SLH 300 seine vierte Nominierung. Eine weitere Nominierung geht an die Fachböden „Multiplus“ von Schulte Lagertechnik. Die Fachböden tragen trotz Kantenhöhen von nur 25 und 40 Millimeter Fachlasten von 85 bis 330 Kilogramm. Der neue, speziell für E-Commerce-Lager entwickelte „Multiplus 150“ ist der erste Fachboden, der bei einer Fachbodenbreite von 1.500 mm und bei einer Kantenhöhe von nur 25 mm 150 Kilogramm trägt.

Mit dem für den Horizontalkommissionierer OPX entwickelten „Easy Drive“-Lenkrad zieht Still ins Ifoy-Finale ein. Dahinter steht ein neues Bedienkonzept für Lagertechnikgeräte. Anstelle der klassischen Deichsellenkung tritt ein Pkw-ähnliches Lenkrad, das eine Bedienung aller hydraulischen Funktionen gleichzeitig ermöglicht, ohne dabei umgreifen zu müssen.

Nominierungen in der Kategorie „Integrated Warehouse Solutions“

In der Kategorie der integrierten Warehouse-Lösungen holen sich zwei Anbieter eine Nominierung.

Als Generalunternehmer für technische Lösung realisierte Jungheinrich Ende 2016 die Erweiterung des Keller & Kalmbach-Zentrallagers. Für den C-Teile-Management-Spezialisten wurde bei laufendem Betrieb und ohne einen einzigen Tag Unterbrechung das Hochregallager (HRL) von fünf auf zehn Gassen und weitere 37.450 Palettenstellplätze vergrößert. Das ursprünglich zweigassige Automatische Kleinteilelager (AKL) wurde um sechs Gassen für 155.000 Kartons ausgebaut. Hinzu kam der Neubau eines Tablarlagers für 15.000 kundenindividuelle Tablare. Täglich gelangen heute rund 150 Tonnen Ware mit etwa 10.000 Pickpositionen in Kartons, KLTs oder Sichtlagerkästen über den Warenausgang zu den Kunden von Keller & Kalmbach. Damit hat sich nicht nur die verfügbare Lager- und Logistikfläche von 10.000 Quadratmetern auf 18.500 Quadratmeter, sondern auch die gesamte Anlagenleistung mehr als verdoppelt. Neben der Größe überzeugen die Komplexität der gesamten Anlage mit den Rechen- und Datenbankprozessen im Hintergrund aber auch die Schnittstelle zum ERP-System sowie die Steuerung der Logistikprozesse durch das Jungheinrich WMS.

Die zweite Nominierung geht an die Witron Logistik + Informatik GmbH für das Migros Verteilzentrum Suhr AG in der Schweiz. Witron ist es gelungen, die volatile Kleinmengen-Kommissionierung der Migrolino AG mit dem Migros-Filialgeschäft zu verschmelzen. Die Migrolino AG, Tochter des Migros-Genossenschafts-Bundes, gehört zu den führenden Anbietern im Schweizer Convenience-Markt. Das Omnichannel-Logistikzentrum versorgt heute an einem Spitzentag mehr als 600 Migros-Filialen mit über 300.000 Handelseinheiten und die Migrolino-Shops an Tankstellen und Bahnhöfen mit mehr als 118.000 Pickeinheiten. Insbesondere die Pickleistung wurde um den Faktor 3 im Vergleich zu einem manuellen Lager erhöht. Zudem ist eine Mengensteigerung von 9 bis auf 20 Millionen Picks pro Jahr in den kommenden Jahren berücksichtigt. Dazu hat der Logistik-Systemintegrator die bis dato manuelle Migrolino-Logistik in einem zweigeschossigen, 14.000 Quadratmeter großen Lager bei laufendem Betrieb automatisiert und so integriert, dass sich beide Bereiche wechselseitig unterstützen und vor allem weitestgehend selbst optimieren. Highlight der Lösung ist das Zusammenwirken von IT und Mechanik. Alle Anlagenteile und Sortimente sind miteinander vernetzt und werden durch das Witron-WMS-System 4.0 gesteuert.

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