Prof. Dirk Jodin verstorben

Prof. Dirk Jodin verstorben

Eine unfassbare Nachricht für alle, die ihn kannten: Prof. Dr.-Ing. habil. Dirk Jodin, Leiter des Instituts für Technische Logistik an der Technischen Universität Graz, lebt nicht mehr. Er erlag am 28. März 2017 im Alter von 58 Jahren seiner schweren Krankheit.

Der berufliche Werdegang von Dirk Jodin, der 1958 in Dortmund zur Welt kam, ist eng mit der Technischen Logistik und zwei Wirkungs­orten verbunden. Jodin studierte Allgemeinen Maschinenbau an der Technischen Univer­sität Dortmund, wo er im Jahr 1992 auch promovierte. Seine Laufbahn nach dem Studium begann er zunächst in der Privatwirtschaft, bevor er 1990 an die TU Dortmund zurückkehrte. An dem, von Prof. Jünemann geleiteten Lehrstuhl für Förder- und Lagerwesen war Dirk Jodin bis 1992 als wissenschaft­licher Mit­arbei­ter und anschließend bis 2009 als Oberingenieur tätig. In all den Jahren fungierte Dr.-Ing. Jodin auch als wissenschaftlicher Berater am Dortmunder Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik. Seine Forschungsarbeiten betrafen vor allem Materialflusssysteme. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen, darunter auch das 2006 erschienene Fachbuch „Sortier- und Verteilsysteme“. Logisch widmete sich Jodins Dortmunder Habili­­ta­tionsschrift der ‚Stückgut­fördertechnik‘.
Im Jahr 2009 begann ein neues Kapitel mit der Berufung an die TU Graz in Österreich. Als Nachfolger von Prof. Oser übernahm Prof. Dirk Jodin am 1. September die Leitung des Instituts für Technische Logistik, wo er seither in Forschung und Lehre sehr aktiv war. In der leider viel zu kurzen Wirkungszeit an der TU Graz gelang es Jodin, sein Institut als international hochgeschätzte Kompetenzstelle für die Technische Logistik in Wissenschaft und Wirtschaft zu posi­tio­nieren. Von ihm wurden dazu u. a. neue Formate, wie die „Logistikwerkstatt Graz“, mitbegründet. Im Nachruf des Instituts heißt es: „Sein umfangreiches Fachwissen, seine weitblickende Strategie, sein umsichtiges Agieren, aber vor allem seine respektvolle Art machten ihn zu einem herausragenden Vorgesetzten, Lehrenden und Partner. Trotz schwerer Krankheit kümmerte er sich bis zuletzt um seine Mitarbeiter und die Angelegenheiten der Universität, wofür ihm al­lergrößter Dank gebührt.“
Mit Professor Dirk Jodin hat nicht nur die TU Graz einen hochgeschätzten Kollegen, anerkannten Wissenschaftler und beliebten Lehrenden verloren. Diesen großen Verlust betrauern auch die in der Wissenschaftlichen Gesellschaft für Technische Logistik (WGTL) zusammengeschlossenen Institute des Fachgebiets. Viele gemeinsame interdisziplinäre Forschungsprojekte sind in den vergangenen Jahren mit Jodins Initiativen angeschoben und realisiert worden – nachlesbar auch in Fachartikeln. Folgerichtig wurde er vor zwei Jahren stellvertretend für sein Institut neues Mitglied der WGTL außerhalb Deutschlands. In diesem Jahr wird Graz Treffpunkt für das 13. WGTL-Fachkolloquiums sein, für dessen organisatorische Ausrichtung sich Prof. Jodin und sein Team beworben hatten.
Für den 20. und 21. September 2017 bereiten jetzt die Mitarbeiter eine Veranstaltung vor, die im Sinne und zu Ehren ihres verstorbenen Leiters an die erfolgreiche Tradition des Erfahrungsaustausches zu aktuellen Forschungs­projekten anknüpfen soll. Sie wird so zum Vermächtnis eines Wissenschaftlers aus Dortmund­ und Graz, der, wie es ein langjähriger Weggefährte Jodins formulierte, „mit Herz und Seele Förder- und Materialfluss­techniker“ war.(nh)